Zum Ende des Jahres blicken wir gerne einmal zurück. Wie ist das Jahr gelaufen, was habe ich erlebt, was habe ich erreicht? Wenn ich diese Gedanken erweitere um die Frage: „Wofür bin ich dankbar?“, dann können wir ganz viel erst einmal für uns und dann auch für andere tun.

Forschungen haben gezeigt, dass ein Leben mit bewusst gelebter Dankbarkeit uns stärker macht und hilft, schlimme Momente zu überstehen und gegenüber Stress robuster zu sein. Insgesamt wird unser Blick auf unser Leben positiver und langfristig fühlen wir uns wohler. Aus gelebter Dankbarkeit kann sich mitunter eine sehr große innere Kraft entwickeln.

Wie können wir dies kultivieren?

Überlegen Sie sich einfach jeden Abend, bevor sie schlafen gehen, wofür Sie an diesem Tag dankbar sind. Beachten Sie dabei auch vermeintliche Kleinigkeiten. Jede gefühlte Situation der Dankbarkeit zählt:

  • Ich bin dankbar dafür, dass die Bahn heute pünktlich gekommen ist.
  • Ich bin dankbar dafür, dass ich ein nettes Gespräch mit meiner Kollegin hatte.
  • Ich bin dankbar dafür, dass ein Freund ein offenes Ohr für meine Nöte hatte.
  • Ich bin dankbar dafür, dass ich heute ein wohlschmeckendes Essen hatte.
  • Ich bin dankbar dafür, dass ich die Fähigkeiten hatte, eine schwierige Aufgabe zu lösen.

Vielleicht fällt es Ihnen am Anfang schwer, sich an Situationen zu erinnern, für die sie dankbar sind. Je öfter sie dies praktizieren und je stärker Sie diese Dankbarkeit auch innerlich fühlen, desto einfacher wird es Ihnen fallen. Wenn Sie gestern für ein Erlebnis dankbar waren, können Sie das heute immer noch sein. Jede Situation zählt und jedes positive Gefühl, sowohl in der Situation selber als auch in der Erinnerung, wird Ihnen mehr Kraft geben. Es kann auch die Beziehungen zu den Personen, gegenüber denen sie diese Dankbarkeit empfinden, verstärken. Dadurch, dass sie diese Dankbarkeit ausstrahlen, wirken sie „ansteckend“ auf Ihr Gegenüber. Wenn sie jemandem für etwas dankbar sind, dann sagen Sie einfach: „Vielen Dank!“. Und das aus tiefstem Herzen. Denn wenn sie es echt fühlen und genauso transportieren, kommt dieses Gefühl auch bei ihrem Gegenüber an. Denken Sie darüber nach, wie sie sich fühlen, wenn Ihnen jemand für Dinge dankt, die sie für selbstverständlich halten. Kommt dann gleich ein „Nicht dafür“, oder können Sie diese Dankbarkeit auch für sich annehmen? Sie werden staunen, wie schnell sich ihre Sicht auf die Dinge verändern wird, wenn sie den Fokus auf die Dankbarkeit in ihrem Leben richten.

Wir hier im gut entwickelten Europa erfreuen uns so vieler guter Lebensumstände, die für viele von uns eine Selbstverständlichkeit sind. Ich bin selber sehr dankbar dafür, dass ich als Frau in dieser Zeit und in diesem Land leben darf. Frauen können heute völlig frei ihr Leben gestalten, dies war noch in den 1960er- und 1970er-Jahren undenkbar. Die meisten von uns besuchen die Schule so lange, wie sie es für richtig halten, machen eine Ausbildung, die Sie auswählen und gestalten ihr Leben in Selbstbestimmung und Freiheit. Dafür bin ich jeden Tag dankbar. Besonders danke ich meinen Eltern, dass Sie mir immer die Freiheit gelassen haben, meinen Weg zu gehen. Ich konnte immer auf Ihre Liebe und Unterstützung vertrauen.

Wenn Ihnen jemand etwas Gutes getan hat, für das sie dankbar sind, dann sagen Sie es ihm. Sie können das persönlich in einem Gespräch tun, ohne großen Aufwand oder sie machen ein etwas größeres „Projekt“ daraus. Überlegen Sie sich, was genau Ihnen diese Person gegeben hat und schreiben Sie ihr einen Dankesbrief. Nehmen Sie sich Zeit und formulieren Sie die einzelnen Situationen aus ihrer Beziehung, an die Sie sich voller Dankbarkeit erinnern. Erstellen Sie daraus einen liebevollen Brief und übergeben sie ihn an diese Person. Schon während des Schreibens werden Sie viel Kraft tanken und auch die Person, der Sie so wertschätzend danken, wird beflügelt werden.

Ich danke Ihnen, meine lieben Leserinnen und Leser, dass sie bis zum Ende durchgehalten und mir „zugehört“, bzw. alles gelesen haben.

Praktizieren Sie „Dankbarkeit“ in Ihrem Leben und genießen Sie die Folgen.

 

Der Wingwave Coaching Kongress 2019 war vom Thema „Young“ – Arbeiten mit Kindern und dem inneren Kind – bestimmt. Heutzutage ist die Beachtung des inneren Kindes durch viele erfolgreiche Bücher populär. Wie geht es meinem inneren Kind, kann es Heimat finden, muss es geschützt werden, kann ich das „Schattenkind“ retten und vieles mehr sind Fragen, die in der Literatur aufkommen und behandelt werden.

Eine interessante neue Erkenntnis liegt darin, dass Psychologen und Wissenschaftler auf dem Kongress erklärten, wir hätten eher viele innere Kinder in uns – nicht nur „das Eine“. Abhängig vom Alter und der jeweiligen Lebenssituation spiegeln sich diese in unseren Erinnerungen wider.

Viele „innere Kinder“ können auch Chaos im Hier und Jetzt anrichten. Oft kommt man damit nicht alleine zurecht und wundert sich, worin manche Schwierigkeiten ihren Ursprung haben. Ein Beispiel dafür sind negative Erfahrungen in der Kindheit.

Wenn ich in der Kindheit üble Erfahrungen gemacht habe, dann ist ein Umgang damit, eine Pflege oder gar „Heilung“ nicht immer im „Alleingang“ möglich. Effizient und effektiv kommt man mit professioneller Hilfe zur Lösung. Es gibt heutzutage viele Berufe, die sich mit diesem Themenspektrum beschäftigen und den Hilfesuchenden dabei unterstützen können, mit sich und seiner Vergangenheit ins Reine zu kommen. Gerade Coaches erweitern ihr Spektrum zunehmend in der fokussierten Arbeit mit den inneren Kindern ihrer Klienten und Klientinnen.

  • Wie geht es meinem inneren Kind wirklich?
  • Was können wir unabhängig von irgendwelchen Verletzungen oder schlechten Erinnerungen für unser inneres Kind tun?
  • Was lieben Kinder: Herumtoben, Quatsch machen, voll in der Bewegung und dem Tun aufgehen.

Können Sie sich noch daran erinnern, was Sie als Kind geliebt haben? Vielleicht haben Sie am Strand angefangen, eine Burg zu bauen und sich dann mehr und mehr in die „Matschepampe“ vertieft. Oder Sie sind ausgelassen barfuß über eine Wiese getobt. Vielleicht haben Sie sich auch mit Vorliebe in die nächste Kissenschlacht gestürzt.

Wieso machen wir all diese Dinge heute als Erwachsene so selten? So etwas macht man nicht, wenn man Groß ist? Wer sagt das?

Wir können ganz einfach die losgelassene Freude unserer Kindheit erwecken, indem wir wieder Dinge tun, die uns als Kinder das Strahlen ins Gesicht gezaubert haben. Das „bedingungslose“ und unkonventionelle bloße „Tun“ löst Freude auch bei uns Erwachsenen aus, setzt Endorphine frei, gibt uns Kraft – egal, in welchem Setting wir uns befinden.

Fangen Sie einfach mal an, beim Laufen zu hüpfen. Im “Hopserlauf“ verschwinden belastende Gedanken im Nu und Spaß kommt auf. Wenn dann noch ein glucksendes Lachen von innen heraus aufsteigt und sich der Mund zu einem breiten Grinsen verzieht oder sogar ein lautes Lachen zu hören ist, dann wird auch ihr inneres Kind wieder gestärkt.

Auch in der Teamarbeit kann man hier wunderbare Ergebnisse erzielen. In der Gruppe können Sie z. B. ein paar Luftballons aufblasen und damit „spielen“. Hier gibt es viele Varianten: Wenn sie Musik zur Verfügung haben, tanzen Sie einfach paarweise mit einem Luftballon zwischen sich – ohne die Hände einzusetzen. Oder Sie variieren das Ganze, indem alle gleichermaßen dafür verantwortlich sind, dass kein Ballon auf den Boden fällt – ebenfalls ohne Zuhilfenahme der Hände.

Aktivitäten, die dem inneren Kind in uns Freude bereiten, bieten uns Erwachsenen einen Zugang zu Gefühlen, die wir im normalen Alltag nur selten erleben. Gerade diese Gefühle wirken sich auch auf unsere Gedankenwelt aus. Es ist fast so, als wenn eine Sturmbö einmal durch unsere Gedanken fegt. So können wir Gedankenchaos stoppen und uns neu sortieren, Grübeleien beenden, einfach mal den Reset-Button drücken.

Vielleicht fällt Ihnen etwas ein, das sie früher auf Kindergeburtstagen gern gespielt haben. Was machen Sie als Erwachsener heute noch von den Dingen, die sie als Kind mit Freude erfüllt haben?

Seien Sie mutig – probieren Sie es aus. Sie werden überrascht sein.