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Wer kennt ihn nicht, den Menschen, der häufig sagt „das hat noch Zeit“ oder „das mache ich morgen“? Was hindert diese Personen daran, die Dinge gleich anzugehen? Sicher gibt es viele Gründe, die dafürsprechen, eine Aufgabe zu verschieben, vor allem, wenn man viel zu tun hat. Wenn das allerdings häufiger vorkommt, dann leidet die Person vielleicht unter „Verschieberitis“ oder Prokrastination.

Das kann dazu führen, dass diese Personen regelmäßig wichtige Aufgaben erst dann angehen, wenn es wirklich nicht mehr zu verschieben und manchmal sogar zu spät ist. Die Erledigung dieser Aufgaben wird dann aufgrund des Zeitdrucks mit immensem zusätzlichem Aufwand durchgeführt – sogar Nächte werden durchgearbeitet.

Aufschieben – ausnahmsweise oder doch regelmäßig?

Hier geht es nicht um Menschen, die Dinge verschieben, die sie nicht mögen, wie den Abwasch zu machen, Müll rauszubringen, sich um die Finanzen zu kümmern. Oder Personen, die aufgrund ihrer Prioritätensetzung Aufgaben verschieben müssen. Es geht um die Menschen, die dazu neigen, Dinge, die man eigentlich gut sofort anfangen oder erledigen kann, regelmäßig liegen zu lassen, bis der Außendruck sie zur Erledigung zwingt.

Wieso werden Aufgaben wiederholt ohne zwingenden Grund verschoben? Da kann es ganz unterschiedliche Gründe geben. Wichtig ist, hier zu betonen, dass Prokrastinierer durchaus sehr fleißig sind. Statt die Zeit allerdings in die vorgesehene – zu priorisierende – Tätigkeit zu stecken, werden verschiedene andere Dinge angegangen. Gerade auch unliebsame Aufgaben werden vorgeschoben, um mit der dringlichen Aufgabe nicht anfangen zu müssen:

  • „Die Küche ist so dreckig, wenn ich da jetzt nicht dringend saubermache, kann ich nicht ordentlich arbeiten.“
  • „Der Schreibtisch quillt über, bevor ich nicht alle Unterlagen sortiert und den Schreibtisch aufgeräumt hab, kann ich nicht konzentriert arbeiten.“
  • „Aber ich habe so viel zu tun, ich muss mir erstmal einen Überblick verschaffen und eine neue to-do-Liste anlegen.“

Und so werden in der Zeit, die man gut in die Erledigung der eigentlichen Aufgabe stecken könnte, viele andere Dinge erledigt.

Wie kann ich das Aufschieben verhindern?

Was kann einem helfen? Ein erster Schritt ist, zu erkennen, dass die Verschieberitis ein wiederkehrendes Muster ist. Wenn man dann dazu in der Lage ist, herauszufinden, was im Inneren passiert, dann ist man einen großen Schritt weiter.

  • Brauche ich vielleicht den Kick, den Adrenalinschub, der dadurch erzeugt wird, dass ich erst kurz vor Schluss mit Hochdruck daran arbeite?
  • Meine ich, vielleicht erst durch den Druck wirklich kreativ arbeiten zu können?
  • Oder hindert mich die Angst, zu versagen, daran, endlich anzufangen?

Man meidet den Leistungsdruck, wird dadurch zum Meister der Ausreden. Einen hohen Anspruch an sich selbst zu haben, zu meinen, dass man nur perfekte Leistungen abliefern darf, kann sicher auch eine Rolle spielen. Meist sind die Aufgaben, die man verschiebt, auch größer, binden viel Zeit, hindern einen dadurch, einfach anzufangen. Hier erscheint es vielen oft einfacher, andere, kleinere Aufgaben schnell noch vorher zu erledigen.

Die Hürde des Beginnens bei großen Tasks kann man dadurch verringern, dass man die größere Aufgabe in unterschiedliche Arbeitsschritte aufteilt. Am Ende sucht man sich aus diesen Teilschritten eine Aktivität heraus. Sie ist der erste Schritt, und damit wieder klein. Ganz wichtig ist dabei auch, die eigene Handlungssouveränität herauszustellen: Ich entscheide mich dafür, dass jetzt zu tun und fühle mich gut dabei.

Natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten, konzentriert und regelmäßig an diesen Themen zu arbeiten:

  • Keine Ablenkung von E-Mails, Social Media o. A.,
  • Konzentrieren sie sich auf die eine Aufgabe, legen Sie alles andere zur Seite.
  • Belohnen Sie sich für kleine Erfolge.

Sehen Sie das Ende, gucken Sie sich an, wohin Sie die Erledigung dieser Aufgabe bringt! Sie bringt Sie einen großen Schritt weiter in die Richtung Ihres aktuellen Ziels. Und Sie werden sehen, durch das strukturierte Angehen und schnelle „Abhaken“ der Teilaufgaben gewinnen Sie Zufriedenheit und empfinden durchs Vorankommen sogar weitere Motivation.

Also, gehen Sie’s an!